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Am Tag danach, da doch tatsächlich kaum eine Frage mehr offen ist, kommt Ulrike Putz daher und muß sich ihre Voreingenommenheit, die sie als Ahnungslosigkeit tarnt, von der geplagten Seele schreiben:

“Wollten israelische Soldaten wirklich nur einen Baum fällen? Wer schoss zuerst, und welche Rolle spielte ein schiitischer Kommandeur? Einen Tag nach dem Feuergefecht an der israelisch-libanesischen Grenze sind viele Fragen ungeklärt.”

Schon die erste “offene” Frage der SPIEGEL online-Autorin offenbart, daß für sie einfach nicht sein darf, was nicht sein soll. Israel hatte bei der UNIFIL angekündigt, einen Baum in Israel fällen zu wollen. Die UN-Blauhelme informierten darüber die libanesische Armee, die auf ihre Weise sich darauf vorbereitete.

Auf beiden Seiten waren denn auch UNIFIL-Angehörige anwesend, wobei die Rolle jener Blauhelme, die auf libanesischer Seite nichts unternahmen, den Angriff auf israelisches Territorium zu verhindern, in der Tat hinterfragt werden muß. Doch diese Frage gehört nicht ins Repertoire der Ulrike Putz.

Sie unterstellt, Belege kann sie dafür nicht liefern, Israel mit ihrer Frage, es hätte gestern noch weitere Ziele verfolgt. Welche das sein könnten, zeigt ihre anrührende Schilderung aus dem Libanon:

“Im Libanon ist die Angst vor einem neuen Blutvergießen groß. Das zeigt schon das Straßenbild. Am Dienstagabend um 20.30 Uhr Ortszeit saßen viele Libanesen vor dem Fernseher. Im Fischerstädtchen Tyros im Süden des Landes fassten die Hafenkneipen nicht alle Zuschauer, die wissen wollten, ob der nächste Krieg begonnen habe.”

Und wie verhielt sich die israelische Bevölkerung? Hatte sie keine Angst vor einer kriegerischen Auseinandersetzung? Wollte sie gar eine? Es war Ulrike Putz anscheinend unmöglich zu erfahren, wie Bewohner im Norden Israels den Nachmittag und den Abend verbrachten. Wichtig ist der “Journalistin” die Wiedergabe von Spekulationen:

“Die israelische Führung spielte dem Bericht zufolge am Dienstag zwischenzeitlich mit dem Gedanken, einen vorab gefassten Angriffsplan umzusetzen und Stellungen der libanesischen Armee im Südlibanon zu bombardieren.”

Hatte die libanesische Armee Pläne? Welche? Fragen, die Ulrike Putz gar nicht erst stellt. So bleibt, zusammen mit ihrer Frage, ob israelische Soldaten “wirklich” nur einen Baum fällen wollten, der Eindruck, Israel sei gerade noch rechtzeitig wovon auch immer abgebracht worden:

“Nur internationaler Druck und ein Aufschrei der libanesischen Regierung habe Jerusalem davon abgehalten, mit aller Macht auf den Grenzzwischenfall zu reagieren.”

Daß dieser “internationale Druck”, sofern er Israel trifft, eine Zumutung ist, stellt er doch Aggressor und Angegriffenen auf eine Stufe, macht die Antwort auf Ulrike Putz’ zweite “offene” Frage deutlich. Die UNIFIL hat sie in seltener Klarheit längst beantwortet: Das Feuer eröffneten unprovoziert libanesische Soldaten, die IDF reagierten auf diesen Angriff:

“The IDF soldiers involved in Tuesday’s deadly clashes with Lebanese forces were standing in Israeli territory when they were fired upon, a UNIFIL representative reportedly said Tuesday night.”

Spätestens mit dieser Klarstellung der Vereinten Nationen wird auch deutlich, auf welcher Seite der Grenze die Kriegshetzer residieren. Der libanesische Präsident Michel Suleiman rief zu den Waffen, das Land gegen den gar nicht stattgefundenen Angriffe des zionistischen Feinds zu verteidigen.

“Suleiman vowed to ‘stand up to Israel’s violation of Resolution 1701, whatever the sacrifices are.’”

Und in das Kriegsgeschrei des syrischen Lakaien mischte sich jenes seines Herren, seines formellen syrischen Amtskollegen Bashar Assad.

“Syrian President Bashar Assad told his Lebanese counterpart Michel Suleiman that Syria stands by Lebanon and is willing to provide it with any necessary aid, al-Jazeera reported.”

Im Libanon hatte derweil Hassan Nasrallah, Anführer der Hisbollah, einen Auftritt, den Ulrike Putz so schildert:

“Knapp zwei Stunden lang redete Nasrallah. Er verdammte die ‘israelische Aggression’. Drohte, beim nächsten Zwischenfall an der Grenze werde seine Miliz der libanesischen Armee in ihrem Kampf gegen den Feind beistehen. Die Wortwahl war martialisch: ‘Die israelische Hand, die nach der libanesischen Armee greift, wird abgehackt.’”

Aber während solcherlei Kriegsgetrommel in Israel nicht zu hören war, solche bewußte Verdrehung der Realität, kommt Ulrike Putz nur diese Frage in den Sinn: “Wollten israelische Soldaten wirklich nur einen Baum fällen?” Und das ist, gerade angesichts der tatsächlichen Umstände, eben eher Vorwurf denn wirkliche Frage.

Wo also keine Fragen mehr offen sind, fordert Ulrike Putz Aufklärung, wo Fragen hingegen sich aufdrängen, will sie sie gar nicht erst stellen. Das kann Journalismus nur nennen, wem das Ressentiment den klaren Blick auf die Realität nimmt.

Strahlende Expertin

Neulich konnten wir im Tagesspiegel erfreuliche Zeilen lesen über die Türkei. “Ankara”, schrieb da die anerkannte “Expertin” Andra Nüsse, “Ankara strahlt”. Das Land habe unter der Herrschaft des Antisemiten und Islamisten Recep Tayyip Erdogan sich “reformiert und demokratisiert – dank der gleichwohl brüchigen Beitrittsperspektive zur EU”:

“Dazu zählt vor allem der neue Umgang mit Minderheiten wie Kurden und Alewiten. Dadurch wurde erst möglich, dass die Türkei über ihre Grenzen hinaus glaubwürdig agieren kann. Denn die Bereinigung der Probleme mit den Nachbarstaaten auf höchster politischer Ebene wird unterstützt durch eine neue liberale Offenheit für Handel, Wirtschaft und Migration in alle Richtungen.”

Daß die Türkei sich der auch militärischen Beseitigung der massenmörderischen Bath-Diktatur im Irak widersetzte, so die “Expertin”, daß die türkische Regierung die Nähe zum Regime der Mullahs in Teheran und die Konfrontation mit Israel suche, “hat mehr Sympathie für die Demokratie geschaffen als alle Transferversuche des Westens in Irak oder Afghanistan”.

Wenn vertiefte Kontakte zu einer klerikalen Diktatur, die begleitet werden von antisemitischen Attacken auf die Demokratie Israel ein Zeichen sind für Demokratisierung und “liberale Offenheit”, so belegen wohl in der Tat auch gegen Kinder gerichtete massive staatliche Repressionsmaßnahmen, daß die Türkei das Lob der “Expertin” verdient:

“Hundreds of Kurdish children, some as young as 11 years old, have been prosecuted by Turkish authorities as part of the country’s clampdown on rebels in the restive southeast. [..]

The children, according to activists, are tried in anti-terrorist courts and are sent to adult jails. Their files are treated as confidential and lawyers have very little access to the details of their cases as well as to the defendants themselves.”

Könnte es vielleicht sein, daß Andrea Nüsse, des Tagesspiegels “Expertin” nicht zuletzt für tolle Arbeitshypothesen, seltsame Vorstellungen von dem hat, was anderswo Demokratie heißt und verteidigt oder erkämpft wird?

Inge Günther war für die Frankfurter Rundschau wohl irgendwie dabei. Unter der Überschrift “Israel nimmt auch Tote in Kauf, um die Hilfslieferung für die Palästinenser zu stoppen” erzählt die FR-“Expertin”, was wirklich geschah:

“Die Stunde der Konfrontation kam früher als gedacht, in den allerersten Morgenstunden des Montags, als Israel schlief und auch bei den internationalen Nachrichtensendern nur eine kleine Nachtschicht das aktuelle Geschehen verfolgte. [..] Plötzlich stehen sie da: schwarz vermummte Kampfsoldaten, die sich aus Militärhubschraubern abgeseilt haben.”

Da hatten die friedlich in ihren Kojen träumenden Free Gaza-“Aktivisten” natürlich schlechte Karten. Innert weniger Augenblicke waren sie überwältigt.

“Dann geht es Schlag auf Schlag. Schüsse fallen, panische Schreie tönen über das Deck. [..] Die Meldungen von Toten und Verwundeten überschlagen sich. Zwischen 15 und 20 Aktivisten, heißt es später, lassen beim Versuch, die Gaza-Blockade zu durchbrechen, ihr Leben.”

Wer wissen will, weshalb der Nahost-Berichterstattung deutscher Medien nicht zu trauen ist, der lese Frankfurter Rundschau und schaue sich dann etwa an, welche Fragen Noah Pollak stellt:

“But the Israeli commandos obviously could not establish complete control. They fast-roped into an ambush and were beaten and stabbed. Would this have happened if they had real guns in their hands? Probably not.”

Die israelischen Soldaten, die davon ausgingen, daß sie auf Menschenrechtsaktivisten treffen würden, die diese Bezeichnung verdienen, wurden in der Tat überrascht.

“Ever wish you were alive when MLK or Ghandi inspired the world? Well you are witnessing it now #Gaza #Flotilla”, war getwittert worden, doch von Ghandi oder Martin Luther King war wenig zu spüren:

“Captain R. was the second commando to be dropped from a military helicopter onto the Turkish-flagged ship. During the mission, a large mob of the activists hurled him from the upper to lower deck of the ship. [..]

‘We knew there would be resistance, but not at such an enormous scale,’ said Captain R., who led one of the teams and was wounded in the mission. ‘Every [activist] that approached us wanted to kill us.’ [..]

‘They jumped at me and hurled me to the deck below the bridge. Then I felt a stabbing in my stomach – it was a knife. I pulled it our and somehow managed to get to the lower level. There, was another mob of people.’”

Weshalb hat Inge Günther davon nichts mitbekommen? Nun, die FR-Autorin kommt auch gar nicht auf den Gedanken, daß ihre geliebten “Aktivisten” mit ihrer Aktion “auch Tote in Kauf” nahmen …

Du bist Deutschland

Darum gebeten, sich in Gaza für den dort von der “regierenden” Hamas seit rund vier Jahren rechtlos in Gefangenschaft gehaltenen Gilad Shalit einzusetzen, konnten gestern die Free Gaza-”Menschenrechtsaktivisten” aus Europa und Amerika, unter ihnen der honorige “Völkerrechtexperte” Norman Paech und die “Bürgerrechtlerin” Hedy Epstein, gar nicht schnell genug erklären, daß ihnen das Schicksal eines gewaltsam entführten Juden völlig gleichgültig ist.

Einen Tag nach dieser eindrucksvollen Bankrotterklärung der Free Gaza-Bande überschreibt Inge Günther in der Frankfurter Rundschau einen Beitrag, in dem Gilad Shalit nicht erwähnt, dafür aber Greta Berlin und ihre Mit-“Aktivisten” gefeiert werden, so:

“Freiheit auf dem Weg nach Gaza”

Kann Journaille ihre Menschenverachtung eigentlich noch überzeugender demonstrieren?

Andreas Tränen

Andrea Nüsse, des ganz gewiß von antisemitischen Beiträgen freien Tagesspiegels Spezialistin für Arbeitshypothesen, leidet ganz fürchterbar mit den unterdrückten “Palästinensern” und läßt uns, jemandem muß sie es ja erzählen, daran teilhaben:

“Die palästinensischen Bewohner sind – ohne Rechte – der israelischen Armee unterstellt. Das ist so, als wären die West-Berliner von der Nationalen Volksarmee der DDR regiert worden.”

Die “Palästinenser” sind “ohne Rechte” wirklich arm dran, wenn sogar der Oberste Gerichtshof Israels auf ihrer Seite ist:

“Nur wenige Kilometer weiter warten die Palästinenser, ob ein anderes Urteil des obersten israelischen Gerichtshofs umgesetzt wird.”

Doch das “Unrecht”, das den “rechtlosen” “Palästinensern” widerfährt, es ist – “formal richtig”, da hilft keine Krokodilsträne:

“Israel nutzt einen undurchschaubaren Dschungel von Gesetzen aus osmanischer Zeit und der Epoche der britischen Mandatsverwaltung zum Umgang mit dem Land – was formal richtig ist, denn eine Besatzungsmacht muss das bestehende Recht anwenden.”

Es ist aber auch ein Jammer. Da will Andrea “Arbeitshypothese” Nüsse erzählen, die “Palästinenser” seien ihrer Rechte beraubt, doch dann verlassen selbst die nicht nur sich auf israelische Gerichte, sondern Israel agiert auch noch “formal richtig”.

Und wie steht es eigentlich von formalen Fragen abgesehen tatsächlich um das Leid der “Palästinenser”?

“Thousands of Palestinians gathered on Friday 21 May 2010 in the West Bank city of Nablus to watch the second round of the Palestinian Motor Sport Series for 2010.”

Andrea Nüsse war, scheint’s, nicht dabei. Der Termin fehlte wohl in ihrem Propaganda-Kalendarium.

In Gaza, das gemeinhin als “Trümmerwüste” gilt, obgleich selbst “Menschenrechtsaktivisten” sich schon begeistert über Luxushotels zeigten, reißt die Hamas Häuser ab, die, so ihre Erklärung, von “Palästinensern” illegal errichtet wurden. Die Nachricht von Bulldozern in Rafah erregt allerdings erstaunlich wenig Aufsehen in den Medien.

Und die Darstellungen widersprechen sich. Die Tagesschau – nicht die tagesschau – etwa erzählt von verprügelten Bewohnern und solchen, die nun “in den staubigen Trümmern nach Kleidung und noch brauchbaren Möbelstücken” suchen. Im Standard hingegen kommt der “Bürgermeister” von Rafah zu Wort, der von wenigen und zudem “unbewohnten Gebäuden” spricht.

“Das geräumte Gebiet solle für ein neues Bildungsprojekt genutzt werden. ‘Wir haben in Einklang mit dem Gesetz gehandelt und diese Häuser entfernt’, sagte Al-Nashar.”

Bewohner unbewohnter Häuser können nicht verprügelt werden. Sie können, ist anzunehmen, auch nicht erwarten, in den Trümmern etwas zu finden. Und eigentlich haben sie auch keinen Grund zu Klagen. Und doch zitiert die Tagesschau eine Narisa Abu Dschara mit diesen Worten: “Wir können es uns nicht leisten, noch einmal zu bauen”.

Das wirft eine nächste Frage auf. Gaza ist ja nicht nur eine “Trümmerlandschaft”, sondern auch noch “Opfer” einer gar fürchterbaren “Blockade”, die sich vor allem durch “desaströse humanitäre Folgen” auszeichnet, zumal Israel “kein Material zum Wiederaufbau” nach Gaza läßt. Und doch kann die Hamas ein “Bildungsprojekt” ankündigen?

Fest steht also nur, daß die Hamas von ihr als illegal angesehene Häuser in Rafah zerstört(e). Ob sie bewohnt waren oder nicht, darüber läßt sich nur spekulieren. Weshalb Häuser unbewohnt in der “Trümmerlandschaft” Gaza herumstehen könnten, wo doch brauchbarer Wohnraum knapp sein soll, auch das ist ein Rätsel.

Bis jetzt haben die anerkannten Spitzenkräfte des deutschen investigativen Nahost-Journalismus – Sebastian Engelbrecht, Ulrike Putz und Richard C. Schneider – sich noch nicht zum Geschehen in Rafah geäußert. Gewiß aber liegt das nur daran, daß sie noch recherchieren, um alle Widersprüche um die Hamas-Bulldozer in Gaza auszuräumen.

Wir warten gespannt.

Expertologie II

Der Hamas, jammert der Kinder-Stürmer aus Kreuzberg, “geht das Geld aus”, um der islamischen Terroristenbande gleich die Möglichkeit zum Dementi zu geben:

“Es sei ausreichend Geld vorhanden, nur eben nicht in der passenden Währung.”

Und deshalb wird Abu Omar von der Hamas so entlohnt:

“Abu Omar zählt 100 (jordanische) Dinar, die er gleich umtauscht, 200 Dollar und noch mal 200 Schekel (insgesamt knapp 400 Euro).”

100 jordanische Dinar sind rund 110 Euro wert, 200 Dollar etwa 157 Euro und 200 Shekel ungefähr 42 Euro, was in der Summe 309 Euro ergibt. “Insgesamt knapp 400 Euro.”

“Nichts”, berichtet Susanne Knaul aus Gaza, “gibt es, was es im Gazastreifen nicht gibt.” Kleine elektronische Helferlein für taz-Rechengenies gehören aber offenbar nicht dazu.

Expertologie

“Experte” Rupert Neudeck:

“[D]er Staat hat deshalb auch keine Grundlage, weil er auf Pump lebt. Er lebt eigentlich von allen guten Gaben, die die Europäische Union, die die Weltbank, die der Internationale Währungsfonds, die UNO hier hineinsteckt, auch private Organisationen, die Kirchen. Alles das bedingt, dass der Staat, der sogenannte Staat hier weiter leben kann, aber er hat noch nicht das, was man eine gut ausgebildete Subsistenz nennt, durch eigene Produktion.”

“Expertin” Ulrike Putz:

“Vergangene Woche konnte Fajad, der auch als Finanzminister fungiert, einen seiner größten bisherigen Erfolge verkünden: Nach den neuesten Berechnungen für den Haushalt 2010 wird die Autonomiebehörde wohl bald alle laufenden Kosten aus eigenen Einnahmen zahlen können. Das Wirtschaftswachstum der palästinensischen Gebiete wird demnach für 2010 auf sieben Prozent geschätzt.”

Ulrikes Welt

Ulrike Putz, sie ist für den SPIEGEL in Beirut stationiert, da ihr in Israel eine Gefängnisstrafe droht, hat viel mitzuteilen in diesen Tagen. Und es gibt ja auch viel zu berichten, weil viel geschieht. Seit einigen Tagen etwa macht die Hisbollah im Libanon Schlagzeilen.

Sie soll, so verlangt es beispielsweise die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats, unter Aufsicht der UNIFIL durch die libanesischen Streitkräfte entwaffnet werden, während die UN-Beobachter selbst dafür sorgen, daß der Waffennachschub für die islamische Terroristenbande aus dem Ausland eingedämmt wird. Beides funktioniert nicht.

“Die von Israel und den USA als Terrororganisation eingestufte Hisbollah besitze inzwischen weit mehr Raketen ‘als die meisten Regierungen auf der Welt’, meinte [US-Verteidigungsminister] Gates. Israels Präsident Shimon Peres hatte Syrien beschuldigt, die in der libanesischen Allparteienregierung vertretene Bewegung mit Scud-Raketen zu versorgen.”

Und selbst wenn man nicht an die Raketen glaubt, so herrscht zwischen Israel und Libanon alles andere als Entspannung. So erklärt der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri, “die Scud-Gerüchte sind nur ein Vorwand, um mein Land anzugreifen”, während die Europäische Union sich vertrauensvoll an “alle Parteien” wendet:

“Die Europäische Union hat inzwischen alle Parteien aufgerufen, ‘jegliche Provokationen zu vermeiden’. Die EU sei durch die jüngsten öffentlich ausgetauschten Erklärungen beunruhigt, hieß es in einer Stellungnahme von EU-Außenministerin Catherine Ashton. Diese Äußerungen würden den Bemühungen der Europäischen Union und ihrer Partner um Förderung des Friedensprozesses im Nahen Osten zuwiderlaufen.”

Entweder will also Israel endlich erledigen, was seit 2006 durch den Libanon und die “internationale Gemeinschaft” unterlassen wurde, oder aber die Hisbollah mit neuen Raketen da weitermachen, wo sie vor vier Jahren gebremst wurde. Doch statt nun der Ursache für die in der Tat gespannte Lage nachzuspüren, schwärmt Ulrike Putz von einer heilen Welt:

“Shakira dröhnt aus den Lautsprechern, am Pool lassen schmerbäuchige Saudis und Kuweitis die gut gepolsterten, nackten Hüften kreisen. Gym-gestählte Libanesen flirten mit den extra angereisten Ausländern. Ab und zu verschwindet ein Paar in Richtung Strand. ‘Ich muss sagen, die Araber heißen uns mit großer Herzlichkeit willkommen’, sagt ein aus den USA eingeflogener Partygast grinsend.

Die ausgelassene schwule Party ist ein kleines Wunder: Ob in Kairo oder Bagdad, Dubai oder Teheran – nirgendwo sonst in der islamischen Welt wäre eine so öffentliche Veranstaltung für Homosexuelle möglich. Nur im traditionell toleranten Libanon gibt es eine Nische, in der Schwule und Lesben wenigstens in Ansätzen offen lieben und leben können.”

In Judäa und Samaria, wo die PA des korrupten “Palästinenserpräsidenten” Abu Mazen herrscht, werden derweil Terroristen als Vorbilder geehrt, denen es nachzueifern gelte, und dazu ergänzend unter Bruch früherer Vereinbarungen mit Israel eine schlicht antisemitische Wirtschaftspolitik exekutiert, die sich nicht zuletzt gegen “Palästinenser” richtet:

“What was initiated in Ramallah, though, is particularly outrageous. It’s also designed to keep local Arabs from working in the settlements on the pain of five-years imprisonment and hefty fines. The first to suffer would be Fayyad’s own population.

Fayyad should be reminded by our government that his new pet project directly violates the economic annex of the original Oslo Accord. Known as the ‘Paris Agreement,’ the April 29, 1994, Annex IV of the Gaza-Jericho Agreement (or ‘Protocol on Economic Relations’) specifically forbids what Fayyad has launched.”

Auch hier herrscht also alles andere als Entspannung, vielmehr ist es der (bisherigen) Zurückhaltung der israelischen Regierung zu verdanken, daß eine Konfrontation ausblieb. Für die Zukunft kann eine solche indes nicht ausgeschlossen werden, ganz zurecht fragt die Jerusalem Post, ob das “Povokationsverbot” der PA nur für Israel gelten soll.

Was macht Ulrike Putz? Sieht sie nach Terroristen benannte Plätze und Schulen in Ramallah? Denkt sie darüber nach, welche Botschaft die öffentliche Verehrung solcher Vorbilder transportiert? Sie feiert den Antisemiten und Terroristenverehrer Saalam Fayad, der – gewiß nicht seiner Friedfertigkeit wegen – als ein Nachfolger Abu Mazens gehandelt wird.

“Solche Aktionen, die von Mahatma Gandhi erdacht sein könnten, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Da der bewaffnete Widerstand gegen die Besatzung ebenso gescheitert ist wie die Friedensverhandlungen, erscheinen friedliche, aber nachdrückliche Proteste vielen Palästinensern als einziger Weg, ihrer Stimme Gehör zu verleihen. Die bislang ‘Weiße Intifada’ genannte Bewegung wird nun zunehmend ‘Fajad-Intifada’ genannt – den Namenspatron dürfte das freuen, seine Konkurrenz beunruhigen.”

Alles ist gut und friedlich in Ulrikes Welt. Nur – ist Ulrikes Welt tatsächlich die wirkliche?

Sie ist wirklich schlimm, die berüchtigte “Zensur” in Israel. Da staunt gestern noch SPIEGEL online darüber, daß “[d]ie israelischen Streitkräfte [..] Einsätze der eigenen Truppen im Westjordanland kritisiert” haben, um heute Ulrike Putz aus dem sicheren Beirut erklären zu lassen:

“Wer redet, dem droht Gefängnis. Die Nachrichtensperre betrifft die einheimischen Medien genauso wie in Israel stationierte Korrespondenten ausländischer Blätter.”

Ulrike Putz springt aber doch auf den Zug auf und riskiert, mutig, mutig, Gefängnis, sofern sie mal wieder aus Tel Aviv schreiben will. Den Zug freilich ins Rollen brachten von der “Zensur” zweifellos zutiefst eingeschüchterte israelische Journalisten:

“Dass der Fall nun doch publik geworden ist, ist einigen couragierten israelischen Journalisten zu verdanken. Sie wollten sich nicht mit dem Maulkorb abfinden und steckten im Ausland lebenden Kollegen, was sie über den Fall wussten.”

Doch nicht nur das:

“Die auflagenstärkste Tageszeitung ‘Jedioth Ahronoth’ wehrte sich am Sonntag auf ihre Weise: ‘Die ganze Welt berichtet über das, was der israelische Geheimdienst zu vertuschen versucht’, titelte die Zeitung und druckte eine Liste der ausländischen Medien ab, in denen sich die Leser informieren können. [..]

‘Haaretz’ und der Sender Kanal 10 haben die Nachrichtensperre angefochten, Gerichtstermin ist der 12. April.”

Und je näher der Termin rückt, desto überflüssiger scheint er:

“Israel’s defense establishment had at last decided to withdraw its support of a months-long blanket gag order on a security-related affair, Haaretz learned Wednesday, with the names of those involved in the case and the charges leveled against them to be possibly released as soon as Thursday.”

Ulrike Putz kommt nicht nur reichlich spät, sie muß wohl auch nicht mit Gefängnis rechnen, mit dem sie oben doch noch kokettierte. Und sofern israelische Behörden versucht haben sollten, was auch immer zu vertuschen, so ist gewiß: Es ist ihnen nicht gelungen.

Die israelische Justiz – sie verfolgt mit gutem Grund eine ehemalige Armeeangehörige, die 2.000 geheime Dokumente entwendete – funktioniert, die israelische Demokratie hat sich bewährt – ganz ohne Ulrike Putz’ Eingreifen (oder das etwa ihrer deutschen öffentlich-rechtlichen Kollegen).

Das war aber auch nicht anders zu erwarten.

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