Michael Moore, ein als Dokumentarfilmer nur unzureichend beschriebener Manipulator eines Publikums, das sich derlei Behandlung gern gefallen läßt, kann sich freuen: In einem Video einer irakischen Terroristenbande, zu deren bevorzugten Zielen irakische Bürgerinnen und Bürger, aber auch Angehöriger der “Besatzungstruppen” gehören, hat er einen Auftritt als “ehrlicher und einflußreicher Amerikaner”. Bei den Terroristen dienerte Michael Moore sich an, als er sie in einer Mitteilung an seine Fans zu Freiheitskämpfern erklärte:
“The Iraqis who have risen up against the occupation are not ‘insurgents’ or ‘terrorists’ or ‘The Enemy.’ They are the REVOLUTION, the Minutemen, and their numbers will grow – and they will win.”
Auf ihre Art kommentierten John Cox und Allen Forkum schon im April 2004, was zwei Jahre später offenkundig werden sollte, eine seltsame Vorliebe angeblicher Linker nämlich für einen reaktionären Islam, dem einzelne Menschenleben nichts gelten. (Oskar Lafontaine formulierte in und für Deutschland es so: “Es gibt Schnittmengen zwischen linker Politik und islamischer Religion. Der Islam setzt auf die Gemeinschaft, damit steht er im Widerspruch zum übersteigerten Individualismus, dessen Konzeption im Westen zu scheitern droht”.)
Mit dem vornehmlich islamistischen Terrorismus, seiner Bekämpfung und seinen friedensbewegten Unterstützern, mit Israels Kampf um seine Existenz, jedoch auch mit so manchem Ausrutscher der gegenwärtigen amerikanischen Regierung befassen sich die meisten der über 450 in ihrem Buch Black and White World II versammelten Karikaturen, von denen John Cox und Allen Forkum viele zwischen September 2002 und November 2004 auch auf ihrer Website www.coxandforkum.com veröffentlichten.
Durchaus verblüffend – oder besser: erschreckend – dabei ist, daß eine ganze Anzahl der Zeichnungen ausgesprochen aktuell scheinen. Lassen Cox & Forkum im September 2004 den auf eine Atom-Rakete gefesselten UN-Generalsekretär Kofi Annan zetern, jetzt, aber eben erst jetzt, zwinge das Mullah-Regime ihn, über die Möglichkeit einer Abstimmung über Sanktionen gegen den Iran nachzudenken, so ist diese Anklage der Appeasement-Politik gegenüber der iranischen Aufrüstung überaus treffend.
“Frankreichs Präsident Chirac hat sich dagegen gewandt, den Atomstreit mit dem Iran vor den UNO-Sicherheitsrat zu bringen. Er schlage vor, dass die fünf ständigen Ratsmitglieder und Deutschland darauf verzichten, das Gremium einzuschalten, sagte Chirac dem Radiosender Europe 1.” wird heute gemeldet. Die Mullahs in Teheran werden es erfreut vernehmen; und die Karikaturisten beweisen mit einer älteren Zeichnung einmal mehr jene faszinierende Weitsichtigkeit, die ihre kleinen Werke auszeichnet.
Erfreulich klar ist denn auch ihre Haltung zu Israel. Allen Forkum beschreibt es in einem Interview, das zusammen mit einigen weiteren ebenfalls in dem Buch abgedruckt ist, das Cox & Forkum im Selbstverlag veröffentlichten, völlig richtig als das “freieste Land im Nahen Osten. Es garantiert privates Eigentum, Rede- und Meinungsfreiheit sowie weitere Grundrechte. [..] Möglicherweise mit Ausnahme der Türkei gibt es keinen anderen Staat im Nahen Osten, der die individuelle Freiheit schützt.”
Cox & Forkum nennen ihre Karikaturen “editorial cartoons”. Sie erscheinen nicht nur auf ihrer Website, sondern auch in einigen amerikanischen Zeitungen, darunter die Washington Times, die Detroit News oder Investor’s Business Daily, für das Blog Little Green Footballs (LGF) steuerten Cox & Forkum ebenso Zeichnungen bei wie für TIA Daily, ein monatlich gedruckt erscheinendes Magazin, einige Frontpages, die in ihrem wunderbaren Buch zu finden sind, das schon allein seines Titelbildes wegen kaufenswert ist.
John Cox and Allan Forkum: Black & White World II, Nashville, Tennessee 2004, 260 Seiten, US$ 20.
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