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Appeasement

Unter der Überschrift “Rechtspartei provoziert bewusst”, weiß die NZZ unter Berufung auf mehrere Agenturen zu berichten, daß der Künstler Martin Rosengaard Knudsen “sich einige Monate lang als Mitglied der rechten DVP ausgab, um das Verhalten der Jugendabteilung” der dänischen Partei DVP “zu dokumentieren”. Viel kam offenbar dabei aber nicht heraus, einzig ein Video von einem Saufgelage, “das DVP-Mitglieder beim Zeichnen von Mohammed-Karikaturen zeigt”, eine ganz “bewußte” und sicher schon lange geplante Provokation also.

Und weil Vernunft regelmäßig da aussetzt, wo ein Prophet ins Spiel kommt, der eine Neunjährige ehelichte, wirkt die “Provokation” – ob beabsichtigt oder nicht – auch schon wie “geplant”. Als Erster empörte Mahmoud Ahmedinedschad, Präsident des Iran, sich, der in seinem Land eine Ausstellung antisemitischer Karikaturen ausrichten läßt. “Ungezogene Menschen ohne Werte stehen hinter diesen Beleidigungen”, sprach er und warnte, “wenn die Wut der Muslime anschwillt wie ein wilder Ozean, dann wird sie garantiert außer Kontrolle geraten”.

Muslime, soll uns das wohl sagen, können sich nur schwer selbst kontrollieren. Deswegen zwangsverhüllen sie ja auch ihre Töchter und Frauen. Pflichtschuldig katzbuckelte denn auch schon der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen. “Schärfstens” distanzierte er sich vom “nicht akzeptablen und geschmacklosen Verhalten einer Gruppe junger Menschen”, die sich erlaubten, im Rahmen eines nichtöffentlichen Treffens ganz einfach im Alkoholrausch befreit zu handeln; auch das natürlich eine ungeheuerliche und sicher bewußte Provokation.

Da konnten auch die ägyptischen Muslim-Brüder, die demnächst in Europa wohl eine Anleitung für private Feiern veröffentlichen werden, die dann Gesetzescharakter haben wird, nicht mehr schweigen. “Der am meisten verehrenswerte Mann”, als den sie ihren Propheten Mohammed bezeichnen, sei von einer dänischen Regierungspartei mit “vulgären Worten und Porträts” dargestellt worden, und dadurch habe der Westen seinen “tiefen Haß” auf “Gerechtigkeit, Recht und Tugend” offenbart, denn selbstverständlich sei das Party-Spiel nur die “Spitze eines Eisbergs”.

Der schmilzt rapide, wie der schnelle Kniefall des dänischen Ministerpräsidenten zeigt, der sich eben nicht die iranische bzw. ägyptische Einmischung in private Feiern in Dänemark verbat oder jenen dreisten Versuch des idonesischen Rats Geistlicher, der “die Unfähigkeit der dänischen Regierung, ihr Volk daran zu hindern, den Islam zu erniedrigen”, beklagte, aber stets schweigt, wenn etwa im Iran im Namen eben dieses Aberglaubens minderjährige Mädchen öffentlich hingerichtet werden.

In Deutschland, wo man sich spätestens seit 9/11 im Appeasement gegenüber dem islamischen Imperialismus übt oder gar im Schulterschluß mit ihm, schon “vorauseilend kapituliert” hat, wie Henryk M. Broder treffend anmerkt, wäre es freilich vermutlich nichtmal so weit gekommen wie in Dänemark. Richard Schröder, ein Theologe, hatte schon zum Jahresanfang sich für die notorisch Beleidigten eingesetzt und damit passend das hiesige gesellschaftliche Klima beschrieben, als er von der Jyllands Posten forderte: “Allein dafür, für eine Provokation ohne Not, für einen Freiheitsgebrauch ohne Umsicht, sollte sich jene Zeitung entschuldigen.”

Dafür, daß seinerzeit ihre Wut anschwoll “wie ein wilder Ozean” und außer Kontrolle geriet, entschuldigte sich kein Muslim; schlimmer noch, niemand forderte eine solche Entschuldigung, sondern bereitwillig wird dem Islam wieder und wieder schon nachgegeben, bevor der sich überhaupt “beleidigt” fühlen könnte.

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