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Putz’ Welt

Deutschlands allergrößte Recherchejournalistin ist ohne jeden Zweifel Ulrike Putz. Unermüdlich ist sie im Nahen Osten unterwegs, um die Daheimgebliebenen über das Geschehen vor Ort zu unterrichten. Aus Gaza-Stadt sandte sie ihren jüngsten Bericht, der unter der empathieschwangeren Überschrift erschien: “Ein Volk verschwindet im Untergrund”.

“Der Wagen rollt durch menschenleere Straßen, nur manchmal kreuzt ein Trauerzug den Weg. [..] Gaza machte den Eindruck einer Stadt, die nicht mehr die Kraft hatte, sich über Angriffe zu empören oder über Schläge gegen ihren Feind zu feiern, wie es sonst gang und gäbe ist.”

Im Norden Gazas, “wo die israelische Infanterie bis zu drei Kilometer tief in den Gazastreifen vorgerückt ist und nun dort die Stellung hält”, obgleich die doch schon wieder zurückgezogen wurde, meint die Autorin, geschehe dies freilich nicht ganz freiwillig, “die Israelis schössen auf jeden, der sich draußen bewege, berichteten Einwohner der besetzten Straßenzüge von Dschalabija übers Telefon.”

Es gibt aber noch einen anderen Grund für “menschenleere Straßen”: “Die herrschende Hamas hat eine dreitägige Trauerzeit ausgerufen, Schulen,”aber klar doch“Betriebe, Geschäfte blieben geschlossen. Und so sind es nur wenige Anlässe, zu denen sich Menschengruppen zusammenfinden: um die Toten zu beerdigen” und, man staune und lese, “um neue Todesopfer zu verhindern”.

Wagen die in den “Untergrund” getriebenen Araber“Palästinenser” den Aufstand gegen die Hamas, gegen deren Kassam-Brigaden, deren Angriffe auf Israel allein am vergangenen Donnerstag ein Menschenleben forderten und weitere 47 Bürger Israels teilweise schwer verletzten? Verschrotten die aus dem “Untergrund” ans Licht Strebenden Raketenabschußrampen?

Mitnichten. Sie müssen sich einer weiteren zionistischen Perfidie erwehren:

“Zehn Männer sitzen auf dem Flachdach des Hauses von Mohammed Al Rasania, ihre Kinder spielen um sie herum Fangen. Seit Donnerstagnacht harren die Nachbarn der Al Rasanias hier oben aus, in Schichten. Um halb drei Uhr morgens hatte Al Rasanias Handy geklingelt. Am anderen Ende war das israelische Militär. ‘Sie sagten auf Arabisch, wir hätten 15 Minuten, unser Haus zu räumen, danach würde es bombardiert’, erinnert sich Mohammeds Bruder, der dabei war, als der Anruf kam.”

Gibt es einen Grund, ausgerechnet hier “neue Todesopfer zu verhindern”? Na klar, die Brüder, teilt Ulrike Putz en passant mit, seien “Kämpfer des Islamischen Dschihad” und “waren zu dem Zeitpunkt ‘auf Mission’”. Was genau die Terroristen darunter verstehen, witzelt Ulrike Putz, “will Khaled nicht [..] sagen”. Und sie wäre eine schlechte Reporterin, fragte sie nach oder recherchierte es.

“Zum Glück” jedenfalls “seien sie nicht weit weg gewesen, nur fünf Minuten nach dem Anruf aus Israel standen die zwei auf dem Dach ihres Hauses und feuerten Kalaschnikow-Salven in die Luft.” Worauf “ihre Nachbarn” aufwachten, sich zusammenrotteten und “seitdem als weithin sichtbare menschliche Schutzschilde auf dem Dach des von 40 Familienmitgliedern bewohnten Apartmenthauses” herumsitzen. So schön ist Solidarität mit Terroristen.

Für Ulrike Putz scheint es ein völlig normaler Vorgang zu sein, sie erklärt nun aber auch endlich, wen sie in einem ihr offenbar nicht zugänglichen “Untergrund” bitter vermißt, wahrscheinlich Freunde:

“[S]o ist es in diesen Tagen unmöglich, mit irgendeinem zu sprechen, der innerhalb der radikal-islamischen Partei etwas zu sagen hat. Nicht nur die erste und zweite Riege hat sich in den Untergrund zurückgezogen, auch die Hinterbänkler fürchteten um ihr Leben, sagen die Kontaktmänner, die sonst solche Treffen vermitteln.”

Denn gar nicht im “Untergrund”, sondern sehr oberirdisch, herrscht – Leben:

“Der Weg aus dem Norden zurück nach Gaza-Stadt führt an dem am Donnerstag zerstörten Gebäude des Arbeiterverbandes von Gaza vorbei. Auch hier sind Menschen auf der Straße. Wie Ameisen über ihren Hügel krabbeln kleine Jungs über den riesigen Schuttberg, der von dem mehrstöckigen Gebäude übrig geblieben ist. Eselskarren fahren vor und transportieren das Altmetall und sonstige Überbleibsel ab, die ein paar Schekel einbringen können.”

Doch irgendwie verheddert Ulrike Putz sich schließlich doch in Widersprüche. Da also muntere Dachparties mit Terroristen und spielenden Kindern, dort Menschen auf der Straße, die “wie Ameisen” Verwertbares sammeln, aber zum Schluß eben wieder jenes Klischee des schießwütigen israelischen Soldaten:

“Denn ein Gang zum Bäcker, das hat das Wochenende gerade wieder gezeigt, kann lebensgefährlich sein.”

Der Gang zur Bank, aber das kümmert Ulrike Putz nicht, übrigens ebenso wie der Besuch eines Weiterbildungskurses auch.

6 Kommentare zu „Putz’ Welt“:

  1. Ralf

    Und solche Leute, die Putz, Bettina Marx und – ebenfalls besonders eifrig – Carsten Kühntopp, verdienen sich auf Kosten der wehrlosen GEZ-Zahler eine goldene Nase. Ekelhaft.

    Zwei Kostproben:
    “Israel dürfte erst dann Frieden und Sicherheit bekommen, wenn es sich den Nachbarn zuwendet, anstatt ihnen den Rücken zuzudrehen und sich hinter immer höheren Mauern zu verschanzen.”
    http://www.tagesschau.de/2005/bundestagswahl/meldung101378.html

    “Noch am 6. August 2006 pries Ministerpräsident Olmert in der Kabinettssitzung das große Wunder, das Gott den Israelis habe zuteil werden lassen, indem er ihnen den Anlass für den Krieg geboten habe.”
    http://www.tagesschau.de/ausland/meldung35768.html

    Putz, Marx und Kühntopp sollten schleunigst versetzt werden: Kinderprogramm, Märchenstunde. Da gehören die drei nämlich hin.

    Bei Spirit Of Entebbe beschäftigt man sich zurzeit auch vermehrt, mit unseren vor Weisheit strotzenden Nahost-Korrespondenten:

    http://de.wordpress.com/tag/nahostkorrespondenten/

  2. Ostap Bender

    Ich biete das hier (MDR Aktuell vom 3.3.2008, 11.45)

    http://img137.imageshack.us/img137/7440/mdrkj2.jpg

  3. Ralf

    “Ich biete das hier…”

    Herrlich! Der MDR ist echt der dümmste aller deutschen Staatssender – kein Wunder, er gilt weithin ja als übrig gebliebenes DDR-Fernsehen.

    Hier noch ein Straßenhändler, bei dem gewiss (fast) alle deutschen Nahostkorrespondenten Stammkunden sind:

    http://i27.tinypic.com/27wtyrc.jpg

  4. Politisch korrekt berichtet « abseits vom mainstream - heplev

    [...] und besonders zur putzigen Ulrike: – Die Libido der “Israelkritiker” (Lizas Welt) – Putz’ Welt [...]

  5. Stoff für’s Hirn 0308 « abseits vom mainstream - heplev

    [...] Paradierverein entlarvt. Wer noch etwas mehr über die verPutzer-Scheiße lesen will, kann sich bei tw_24 [...]

  6. Ulrike, die putzige « Das politisch inkorrekte Wörterbuch

    [...] mit dem Joghurtbecher – Ein alter Mann mit Eselskarren – Ulrike haut mal wieder auf den Putz – Putz’ Welt – Als Ulrike mal auf den Putz haute (und was daraus wurde) – Wenn’s Hühnerblut vom Messer [...]

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